Storkwitz: Seltenerden in Europa, Rohstoffe, Rohstoffe Deutschland

Storkwitz ist derzeit wohl das einzige bekannte Seltenerden-Vorkommen in Westeuropa.

Seltenerden oder Seltene Erden Elemente (SEE) ist eine Sammelbezeichnung für 15 Metalle des Periodensystems, die als Lanthanide bezeichnet werden, und das Metall Yttrium.

Diese Metalle haben ganz spezielle Eigenschaften, was sie insbesondere im Bereich der Umwelttechnologie unentbehrlich macht. SEE finden etwa Verwendung in Abgaskatalysatoren, Hybridmotoren, Energiesparleuchten und Windkraftanlagen. Daneben sind sie für viele Hightech-Anwendungen unentbehrlich geworden, von PC-Festplatten über Flachbildschirme bis hin zu iPods. 95% aller SEE werden in China abgebaut.

Im Zuge von Explorationstätigkeiten der DDR auf Uran wurde Mitte der 1970er Jahre ein Seltenerden-Vorkommen im Bereich Storkwitz entdeckt. Die Untersuchungsergebnisse wiesen in einer Tiefe zwischen 170-900 Metern auf interessante Konzentrationen an Seltenerdenelemente (SEE) hin, insbesondere Lanthan, Cer, Praeodymium und Neodym (die sogenannten Leichten SEE). Die Lagerstätte enthält aber auch überdurchschnittlich viel Yttrium, insgesamt über 450 Tonnen Y2O3. Hinzu kommt Niob, ebenfalls ein seltenes und teures Hightech-Metall.

Daher wurde die Suche bis weit in die 80er Jahre hinein fortgesetzt. Dabei wurden 49 Bohrungen abgeteuft, die SEE-Werte bis zu 3,55% erbrachten.

Der DRAG wurde am 13.September 2007 vom Sächsischen Oberbergamt ein großes Aufsuchungsfeld Delitzsch im Nordwestzipfel Sachsens verliehen, in dem gleich mehrere Lagerstätten und Vorkommen liegen, so auch Storkwitz. Nach Auswertung und zum Teil Neuberechnung des umfangreichen Datenmaterials, unabhängigen Laboranalysen in 5 Laboren und Erstellung eines vorläufigen 3D-Modells der Lagerstätte schätzt die DRAG die vorhanden Ressourcen auf 41.600 Tonnen SEE (See2O3) und 8.700 Tonnen Niob (Nb2O5). Die Lagerstätte kann sich zur Tiefe hin noch vergrößern.

Derzeit wird geprüft, auf welche Art und Weise ein Abbau des Vorkommens wirtschaftlich möglich ist. Erste Versuche ergaben, dass eine Laugung bei gutem Ausbringen möglich ist, möglicherweise sogar innerhalb der Lagerstätte (in situ leaching).


Erlaubnisfeld Delitzsch


Schrägbohrung 1982

Factsheet Delitzsch-Storkwitz